Donnerstag, 28. November 2013

Biopsie II

Bei einer Biopsie wird für Untersuchungszwecke eine Gewebeprobe aus einem Teil des Körpers entfernt. Die Diagnose kann gestellt werden, wenn die Zellen unter einem Mikroskop analysiert werden. Es  gibt verschiedene Wege wie eine Biopsie gewonnen werden kann.

Eine Stanzbiopsie wird durchgeführt, um eine Probe der gesamten Hautschichten zu bekommen. Ein spezielles Stanzinstrument wird verwendet, um ein kleines Loch (eine Stanzmarke) in die Haut zu machen. Diese Stanze funktioniert ähnlich wie eine Ausstechform für Plätzchen und entfernt die gesamte Gewebeschicht inklusive der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Dermis) und dem darunterliegenden Fettgewebe. Eine Stanzbiopsie erfordert eine chirurgische Naht zum Verschluss der Wunde, hinterlässt jedoch kaum Narben.

Eine weitere Form der Hautbiopsie ist die Ausschabung. Während dieser Prozedur wird eine sehr dünne Schicht der Haut mit einem Skalpell entfernt und analysiert. Dies ist die am geringsten invasive Form der Biopsienahme und benötigt nur selten eine Naht zum Wundverschluss.

Eine endokopische Biopsie wird während einer endoskopischen Untersuchung gewonnen. Eine Endoskopie ist eine Prozedur, die es dem Arzt ermöglicht in den Körper hineinzuschauen ohne eine Operation durchzuführen. Während einer endoskopischen Untersuchung wird ein Schlauch mit einer integrierten Kamera in den Körper eingeführt, die dann bewegt werden kann, um verschiedene Ansichten von Organen und Geweben zu erhalten. Pinzetten und Bürsten für die Entnahme von Gewebsproben können ebenso durch den Schlauch eingebracht werden.

Eine Knochenmarkbiopsie ist ein Verfahren, bei dem eine lange Nadel eingeführt wird, um Zellen des Knochenmarks zu entfernen. Nach der Verabreichung eines  örtlichen Betäubungsmittels (Lokalanästhetikum) wird eine lange Nadel in den Knochen vorgeschoben. Bei Erwachsenen wird die Probe in der Regel von der Rückseite des Hüftknochens genommen. Wenn ausreichend Knochenmark gewonnen ist, wird die Nadel entfernt.

Blut- und Blutplättchentransfusion

Das zirkulierende Blut im Körper besteht aus mehreren Komponenten: Die drei Hauptkomponenten sind die roten Blutzellen, die den Sauerstoff zum Körper transportieren, die weißen Blutzellen, die Infektionen bekämpfen und die Blutplättchen, die zur Blutgerinnung beitragen. Der strohfarbene flüssige Anteil des Blutes wird Plasma genannt. Die Behandlung der Symptome von Krebs und dessen Behandlung kann eine Bluttransfusion nötig machen.

Eine Transfusion ist die Verabreichung von Blut oder Blutbestandteilen über einen Katheter, der durch eine intravenöse Nadel in den Körper vorgeschoben wird, einen zentralen Venenkatheter oder einen peripher eingeführten zentralen Katheter. Eine Transfusion kann alle oder nur eine einzelne Komponente des Blutes enthalten und von einem Spender stammen oder dem Patienten selbst vor der Therapie entnommen worden sein.

Bevor eine Transfusion durchgeführt werden kann, sollte eine Blutanalyse stattfinden, um herauszufinden, welche Blutkomponente der Patient benötigt. Wenn der Patient Zeichen von Blutarmut (Anämie) aufweist und die Blutanalyse eine zu geringe Anzahl von roten Blutzellen zeigt, werden diese ersetzt. Wenn der Körper nicht genügend Sauerstoff bekommt, entstehen Symptome wie Müdigkeit, Schwindelgefühl und Kurzatmigkeit.

Patienten die sich einer Chemotherapie unterziehen haben oft zu wenige rote Blutzellen, ein Zustand der Chemotherapie-induzierte Blutarmut genannt wird. Patienten mit dieser Erscheinung erhalten rote Blutzellen von einem Spender, die vom restlichen Blut getrennt wurden. Diese Verabreichungsform wird als Erythrozytenkonzentrat bezeichnet.</p>

<p>Bei Patienten mit Blutungsproblemen können die Untersuchungen eine niedrige Anzahl von Blutplättchen ergeben. Eine niedrige Anzahl von Blutplättchen kann entstehen, wenn das Blutplättchen-produzierende Knochenmark durch Chemo- oder Strahlentherapie geschädigt wird. Bestimmte Krebsformen, wie Blutkrebs (Leukämie), können ebenso zu einem niedrigen Niveau der Blutplättchenanzahl führen. Damit Patienten mit einer zu niedrigen Anzahl an Blutplättchen eine Transfusion erhalten können, müssen diese zunächst vom Plasma getrennt werden. Blutplättchen stellen nur einen kleinen Anteil des Blutes dar, weshalb viel Volumen notwendig ist, damit eine Blutplättchenkonzentrat hergestellt werden kann.

Auch Plasma kann bei Patienten mit bestimmten Verletzungen oder Gerinnungsstörungen transfundiert werden. Wenn das Plasma vom Blut getrennt wurde, kann es bis zur Verwendung eingefroren werden. Das getaute Plasma bezeichnet man als gefrorenes Frischplasma (fresh frozen plasma - FFP).

Sobald die richtige Komponente des Blutes identifiziert wurde, muss das Blut getestet werden, um sicherzustellen, dass es mit dem des Patienten übereinstimmt. Es gibt zwei Formen von Bluttests: die Typisierung und die Kreuzprobe. Diese werden durchgeführt, bevor jegliche Blutkonserve oder Blutprodukte von einem Spender verabreicht wird.

Allergie-Impfung

Eine Allergie entsteht, wenn der Körper auf Substanzen reagiert, die er als gefährlich ansieht. Diese Substanzen, wie Baumpollen, Staubmilben oder Speisen werden Allergene bezeichnet. Diese sind in der Regel harmlos, aber das Immunsystem einer Person mit einer Allergie verteidigt den Körper gegenüber diesen Allergenen.

Nach dem Erstkontakt des Körpers mit dem Allergen, produzieren die weißen Blutzellen (Leukozyten) Antikörper, genauer gesagt IgE-Antikörper, die das Immunsystem auf eine nächste Konfrontation mit dem gleichen Allergen vorbereiten. Im Körper binden die IgE-Antikörper an Mastzellen. Mastzellen können im Respirationstrakt, dem Verdauungstrakt und der Haut gefunden werden. Bei weiteren Kontakten mit den Pollen, verbindet sich das Allergen mit den IgE-Antikörpern und verursacht eine Freisetzung von Chemikalien wie Histamin aus den Mastzellen. Auf diese Weise kommt es zu den allergischen Symptomen.

Bei andauernden und störenden Allergien, kann eine Desensibilisierung durch eine Allergie-Impfung, auch als Immuntherapie oder Hyposensibilisierung bekannt, erwogen werden. Allergie-Impfstoffe bestehen aus einer kleinen Menge der Substanzen, die die Allergie auslösen. Der Patient bekommt in regelmäßigen Intervallen Injektionen, die das Allergen enthalten. Die Dosis wird graduell erhöht, bis eine Dosis erreicht wird, die effektiv die Symptome lindert. In dieser Zeit erhöht die Behandlung die Immunität und Toleranz des Patienten gegenüber dem Allergen, sodass eine Exposition keine allergische Reaktion hervorruft.